Projekte

Wir laufen dieses Jahr für zwei Projekte. Zum 30. Jubiläum des Laufs organisieren wir in Kooperation mit der Grabser Schulgemeinde eine spezielle Aktion, an der alle Grabser Schulkinder teilnehmen können. Die Erlöse, welche durch die Grabser Schülerinnen und Schüler gesammelt werden, gehen an das Bildungsprojekt in Haiti. Alle anderen Lauferlöse gehen an das langjährige GÄP-Projekt in Äthiopien, das weiter unten erklärt wird. 

1. Projekt Haiti: Bildung von jungen Frauen und Mädchen in Slums, Horyzon 

Haiti ist mit ca. 10,4 Millionen Einwohnern ein eher kleines Land und das ärmste des Amerikanischen Doppelkontinents. Seit Jahrzehnten leidet Haiti unter Armut und allen damit verbundenen Problemen wie Gewalt, Korruption und ungenügende Bildung. Die ausgesprochen junge Bevölkerung, ca. 70% sind jünger als 30 Jahre, hat kaum Perspektiven. Insbesondere junge Frauen und Mädchen leiden unter den Missständen. Viele werden sexuell missbraucht, dürfen nicht zur Schule gehen und glauben, dass diese Ausbeutung und Benachteiligung normal sei. Das Erdbeben im Jahr 2010 stürzte das Land tiefer in den Abgrund. Etwa 1,5 Millionen Menschen verloren ihr Hab und Gut. 

Aktivitäten
Youth Center: Schulischer Nachhilfeunterricht, persönliche und fachlich professionelle Betreuung und Ausbildung zu Themen wie Sexualität, Gewalt und Gesundheit und Rechte, warme Mahlzeiten.

Espas Pa Mwen: 200 Mädchen ab 15 Jahren erhalten an schulfreien Tagen Unter-richt, eine warme Mahlzeit und können an Workshops und Freizeitaktivitäten teilnehmen. Sie bauen Grundschul- und Gesundheitswissen auf. Zudem findet jährlich ein Sommercamp für 120 Mädchen statt.

Leadership Academy: Psychologische Betreuung, Traumaarbeit, Workshops zu Themen wie Umwelt, Ethik, Menschenrechte, geschlechtsbezogene Gewalt, sexuelle und nachhaltige Gesundheit und Rechte, HIV/AIDS, Führung und Selbstachtung.

Begünstigte
Jährlich rund 1‘500 sozial und wirtschaftlich benachteiligte Mädchen (8- bis 17-jährig) und junge Frauen (18- bis 30-jährig), viele sind Voll- oder Halbweisen, haben bisher keine oder schlechte Schulen besucht und leben in Armut.

Wirkung und Ziele
Die jungen Frauen und Mädchen erhalten regelmässigen Unterricht und werden professionell betreut. Die Treffen an einem sicheren Ort (Youth Center) und der Austausch bestärkt die Begünstigten darin, das Gelernte anzuwenden und an Netzwerkanlässen und weiteren Trainings teilzunehmen. Ihr zielgerichtetes Agieren fördert ihr Selbstvertrauen und lässt sie zu Führungspersönlichkeiten heranreifen.

 

Weiterführende Informationen: http://www.horyzon.ch/de/was-tut-horyzon/projekte-programme/haiti.html

2. Projekt: GÄP (Grabs-Äthiopien-Projekt): Das langjährige Cevi-Projekt 

Seit 2007 betreibt der YWCA Ethiopia eine Aussenstation in der Stadt Adama ca. 100 km südöstlich der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba. In diesem Zentrum betreibt der YWCA einen Bibliothekservice, Mikrokreditprogramme und Selbsthilfegruppen. Die bei den Mädchen und Frauen äusserst beliebten Kurse für Nähen, Informatik, Kochen, Coiffure aber auch die Sanitär- und Elektroinstallationskurse ergänzen das Angebot des YWCA. Diese Station wurde massgeblich mit Geld aus dem Grabser 2-Stunden Lauf aufgebaut und in der Folge betrieben. Im letzten Jahr konnte der YWCA Ethiopia dank viel Herzblut von langjährigen Mitarbeiterinnen und der Unterstützung von Partnern (wie zum Beispiel dem Grabser 2-Stunden Lauf) wieder so weit stabilisiert werden, dass das unmittelbare Weiterbestehen gesichert ist. Nichtsdestotrotz steht der Verband weiterhin auf schwachen Füssen. Durch den neuen Dreijahresvertrag gewinnen unsere Partner nun Planungssicherheit und Zuversicht für die kommende Zeit. Die Projekte sehen Aus- und Weiterbildungsangebote für Frauen, Selbsthilfe- und Mikrokreditgruppe sowie einen Ausbau des Bibliothekbetriebs vor. Wir sind überzeugt, dass der YWCA Ethiopia mit der neuen Struktur und den bewährten Angeboten wieder erfolgreich sein kann und so die Lebensbedingungen für viele Menschen in Äthiopien verbessern kann.

Danke für dein Mitmachen!

Unten findest du weitere Informationen zum Projekt und der Krise ab 2013. Du kannst dich auch gerne an Andreas Eggenberger (dachi at gmx.ch | 081 771 27 14) oder Hanspeter Sprecher (Hp.Sprecher at gmx.ch) wenden.

 

Wir legen Rechenschaft ab! Genauere Infos zum Projekt und der Krise ab 2014

Andreas (Dachî) Eggenberger - langjähriger Projektverantwortlicher im Laufkomitee und danach bis 2015 Äthiopien-Delegierter des Grabser 2-Stunden Laufes - berichtet:

         Seit 2002 stehen wir vom Grabser 2-Stunden Lauf in engem Kontakt mit dem YWCA in Äthiopien. Anfänglich waren wir massgeblich am Aufbau eines Bibliothek- und Informationszentrums des YWCA beteiligt. Ein einfaches Gebäude samt Stühlen, Tischen und Büchergestellen entstand.

         Als im Januar 2004 Melat Tekletsadik als neue Generalsekretärin ihre Aufgabe antrat begann eine langjährige sehr erfolgreiche Zusammenarbeit. Die Library in Addis Abeba für SchülerInnen und StudentInnen entwickelte sich so gut, dass sie erweitert werden musste. Wir finanzierten sowohl weiteres Mobiliar als auch Bücher, wie auch Englisch-und Mathematik-Kurse, Gesundheitsberatung, HIV/Aids Aufklärungskurse, Informationskurse über sexuell übertragbare Krankheiten, sowie Kurse in Ernährungskunde und Information zu Bürgerrechten.

         2006 „liefen wir“ für den Aufbau und Betrieb einer ersten YWCA-Aussen-station in Adama und Melat war Gast am 18.Grabser 2-Stunden Lauf. Bereits im Januar 2007 konnte mit dem Aufbau begonnen werden. Ein Gebäude wurde gemietet, Mobiliar angeschafft und drei Mitarbeiterinnen angestellt. Eine segensreiche Arbeit begann: Bibliotheks-Service, Gesundheitsausbildung, Gründung und Leitung von vielen Mikrokredit- und Selbsthilfegruppen. Die Programme liefen so erfolgreich, dass die Arbeit laufend ausgebaut werden konnte.

         Ab 2010 wurden zwei Dreijahresverträge mit dem YWCA Ethiopia unterzeichnet, welche der Organisation jeweils 10'000 CHF pro Jahr zusicherten. Mit diesem Geld konnte der YWCA Ethiopia die laufenden Kosten in Adama decken und bekam durch uns „Grabser“ so die Möglichkeit ohne allzu grossen finanziellen Druck sein Angebot zu verbessern und laufend auszubauen.

         Leider verliess im Februar 2011 Melat den YWCA um endlich ihre längst geplante berufliche Weiterbildung anzugehen. Eine enge Mitarbeiterin von Melat führte dann für rund 6 Monate die Stelle, ehe der Vorstand des YWCA Ethiopia Frau Saba als neue Generalsekretärin wählte.

         Im Anschluss der Gruppenreise 2013 durch Äthiopien – Rolf Heim war mit dabei und wir besuchten auch das gut laufende Projekt in Adama – traf ich wie jeweils üblich auch die Generalsekretärin. Vom vormals vertrauensvollen Verhältnis war wenig mehr zu spüren. Meine Bedenken unterbreitete ich der damaligen Präsidentin des YWCA in einem längeren Gespräch, an dem auch Melat mit dabei war. Sofort nach meiner Rückkehr informierte ich das Komitee des Grabser 2-Stunden Lauf.

         Im November 2015 war ich erneut in Äthiopien. Melat erhielt während dieser Zeit einen Anruf von einer langjährigen Mitarbeiterin mit der Bitte um ein Gespräch über die immer schwieriger werdende Situation im YWCA. Daraufhin trafen sich Melat und ich mit dieser und einer weitern YWCA Mitarbeiterin zu einem langen Gespräch. Die beiden waren überzeugt, dass Frau Saba Geld unterschlägt und beklagten sich über das schon lang andauernde, miserable Betriebsklima und die unzumutbaren Zustände.

         Im März 2016 wurde Ms. Saba wegen ungetreuer Geschäftsführung entlassen. Es muss leider davon ausgegangen werden, dass von unseren Spendengeldern von insgesamt 150’600 CHF rund 20’000 CHF unterschlagen worden sind. Frau Saba ist angeklagt, das Verfahren läuft! Dieses Worst-Case versetzte den YWCA Ethiopia in eine schlimme Krise. Bis im März 2017 versah ein „Übergangsvorstand“ die Geschäfte.   

Was nun? Aussteigen? Partnerschaft beenden?

Melat Tekletsadik – als unsere Garantin und Beraterin – beteiligt sich sehr aktiv an den „Rettungsarbeiten“ und so hat das Komitee des Grabser 2-Stunden Lauf nach eingehenden Beratungen entschieden: Wir wollen den YWCA Ethiopia auch weiterhin unterstützen, denn gerade in solchen Situationen braucht es verlässliche Freunde. Ein Teil des Erlöses aus dem 29.Grabser 2-Stunden Lauf soll deshalb wieder für GÄP, „unser“ langjähriges Grabs-Äthiopien-Projekt verwendet werden. Den Entscheid erleichtert hat, dass Melat Tekletsadik auch künftig - als unsere Vertrauensperson - das Projekt vor Ort eng begleiten wird.

Soweit der Bericht von Andreas (Dachî) Eggenberger.

Glücklicherweise wurden verschiedene Spenden im Gesamtbetrag von 10'000 Fr. - welche über Jahre für das Adama-Projekt zusammengekommen sind – zurückbehalten! Sie können nun für den „Neuanfang“ im Laufe des Jahres 2017 gemäss vorgelegten Budgets tranchenweise freigegeben werden. Bereits ab November 2016 bis Ende Juli 2017 wurden rund 6'500 Fr. in drei Raten als „Nothilfe“ von einer Privatperson überwiesen. Ausserdem hat die Evangelisch-reformierte Kirche des Kantons St.Gallen Ende Juni 2017 - erfreulicherweise und im Wissen um die Situation des YWCA Ethiopia - einen Beitrag von 5000 Fr. gesprochen.

Der neue - im März 2017 von den Mitgliedern des YWCA Ethiopia gewählte handlungsfähige Vorstand (Bild unten) macht einen sehr guten Eindruck. Trotzdem haben wir uns entschieden, künftig das Projekt noch enger zu begleiten und häufigere Berichte einzufordern, um eine Wiederholung des Geschehenen zu verhindern, wohlwissend, dass dies auch von unserer Seite vermehrt Einsatz und Sorgfalt erfordert. Künftig wird dann und wann ein Projektbesuch mehr erforderlich sein. Wir haben in unserem Kreis glücklicherweise zwei, drei Leute, welche auf eigene Kosten dazu bereit sind. Eine wichtige Aufgabe des neuen Vorstandes wird sein, den noch bestehenden und äusserst notwendigen Selbsthilfegruppen in Adama wieder die nötige Unterstützung zukommen zu lassen. Ein weiteres Ziel wird der Wiederaufbau des vielfältigen Kurswesens sein. Kurse für Nähen, Informatik, Kochen, Coiffure, aber auch Sanitär- und Elektroinstallationskurse erleichtern jungen Frauen den in solchen Ländern schwierigen Start ins Erwerbsleben und ermöglichen alleinerziehenden Müttern ein möglichst selbständiges Leben zu führen.       

 

Grabs, August 2017                           Komitee Grabser 2-Stunden Lauf

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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